Spiritualität betrachte ich unabhängig von Glaubensinhalten oder Religionszugehörigkeit als einen universalen Bestandteil menschlicher Existenz.
Die Arbeitsweise des Bibliodrama lädt dazu ein, die biblischen Figuren in Form einer Rollenübernahme auf die Bühne zu bringen und im darstellenden Spiel der Geschichte Ausdruck zu geben. Dabei ermöglichen die Spielformen den Teilnehmer/innen, biblische Erzähltexte in erlebter Gruppendynamik wahrzunehmen.
Gewöhnlich hören oder lesen wir biblische Texte oder tauschen uns z.B. in Gesprächskreisen mit interessierten Freunden oder Gemeindemitgliedern über religiöse Aussagen und Werte aus.
Biblische Geschichten als eine Form spirituellen Ausdrucks erzählen die Lebenserfahrungen von Menschen und Völkern in ihrer Beziehung zu Gott und zum Göttlichen. Sie bilden die Grundlage für die Methoden der Gruppenarbeit und Selbsterfahrung im Bibliodrama.
Mit der persönlichen Erfahrung z.B. im Rollenspiel lassen sich Bezüge herstellen und in der Gruppe austauschen zwischen dem in der Bibel erzählten Geschehen und unseren persönlichen Lebenserfahrungen, Verhaltensweisen, Wünschen und Zielen.
Der Austausch darüber ermöglicht den Teilnehmenden die selbstreflektierende Beschäftigung mit dem persönlichen Lebens- und Glaubensweg.
# Gut zu wissen
Als ein Abzweig des Psychodrama entstand Bibliodrama in Kreisen von Theologen und Psychologen in den 70er Jahren. Bis heute international verbreitet, wurden die Methoden des Bibliodrama ständig erweitert.
Typische methodische Säulen sind das Bühnenspiel, Austausch über eigene Erfahrungen im Bühnen- und Rollenspiel, das Gespräch über Texte, themenbezogene theologische Diskussionen sowie der persönliche und soziale Austausch in der Gruppe.
Auch Wahrnehmungsübungen zur Selbsterfahrung, Tanz, Spiele, Darstellen und Gestalten mit Materialien, Meditation und Stille zählen zur Arbeitsweise im Bibliodrama.
